Armutssensibles Handeln in Kindertageseinrichtungen

von Sonja Alberti (Kommentare: 0)

Die Chancen auf gute Bildung und damit einhergehend die bessere Aussicht auf eine gehobene berufliche Tätigkeit sowie einen höheren gesellschaftlichen Status sind in Deutschland ungleich verteilt. Bereits bei der Geburt des Kindes werden seine Chancen maßgeblich durch den Bildungsstand und den beruflichen Status der Eltern festgelegt.

Bei Kindern, die in sozioökonomisch schwachen Familien aufwachsen, lassen sich bereits in den ersten Lebensjahren herkunftsbedingte Entwicklungsverzögerungen identifizieren. Gegenüber Kindern aus soziökonomisch besser gestellten Familien haben Kinder, die in Armut aufwachsen, deutlich häufiger Defizite in sprachlichen, motorischen und kognitiven Bereichen. Diese Entwicklungsverzögerungen werden bis zum Übergang in die Grundschule häufig nicht ausgeglichen und können sich sogar über den gesamten Bildungsverlauf hinweg manifestieren.

Deshalb ist es so wichtig, dass Kitas armutssensibel wahrnehmen und handeln. Vielleicht ist eine Team-Fortbildung zu dem Thema nötig und sinnvoll.

Hier sind einige Anregungen, wie Sie das Thema in einer Teamsitzung für Ihre Einrichtung reflektieren können:

Bereich Armutssensibles Handeln bedeutet z. B. ...
Anmeldung, Vormerkung und Zugang zum Angebot Transparenz über Zugangskriterien
Eltern persönlich an Vormerkungen erinnern
Großzügiger Umgang mit Terminüberschreitungen
Kinder möglichst früh aufnehmen
Übergang von der Familie in die Kita Wertschätzende Kontaktaufnahme
Hausbesuch
Begleitung in die Kita
Nachfrage wegen Behördenhilfen
Konzept der Kita Kosten geringhalten
Angebote für alle Kinder zugänglich
Arbeit in Kleingruppen mit Fokus Sprachbildung, Bewegung, Naturangebote, regelmäßige Ausflüge
Interaktion in der Kindergruppe Kinder stärken
Viele kleine Tür-/Angelgespräche
Wechselkleiderfundus
Ausgrenzung in der Kindergruppe besprechen
Arbeit am Thema „Armut“ im Team Fachwissen über Armut sowie Sozialdaten des Stadtteils
Fallbesprechungen
Planung pädagogischer Vorhaben ohne Kosten
(Zusammen)Arbeit mit den Eltern Intensive und kontinuierliche Information
Umsetzung von Angeboten zu Begegnung, Beratung, Bildung, Begleitung, Budget und Beteiligung
Vernetzung und Kooperation Angebote Dritter in den Einrichtungen
Gegenseitiger Informationsaustausch
Gemeinsame Projekte verschiedener Einrichtungen
Aktive Mitarbeit in Netzwerken

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