Sonja Alberti 3 Min. Lesezeit

Vorurteilsbewusstes Spielmaterial für Kita und Tagespflege

Spielzeug prägt, was Kinder als „normal“ wahrnehmen. Erfahren Sie, wie vorurteilsbewusstes Spielmaterial Vielfalt sichtbar macht, Stereotype vermeidet und alle Kinder in ihrer Identität stärkt – mit konkreten Ideen für Kita und Tagespflege.

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Kinder erkunden die Welt spielend. Doch was ist, wenn das Spielzeug ein einseitiges Bild von der Welt wiedergibt? Unbewusst gibt Spielzeug den Kindern so einen Hinweis darauf, was als vermeintlich »normal« und »wünschenswert« gilt. Das hat Auswirkungen auf die Kinder.

Vorurteilsbewusstes Spielmaterial in der Kita spiegelt die gesellschaftliche Vielfalt wider und vermeidet Stereotypen. Es stärkt die Identität aller Kinder, fördert ein respektvolles Miteinander und regt Gespräche über Gemeinsamkeiten und Unterschiede an.

Die Auswahl der Angebote an Material für Kinder sollte frei von überzeichneten oder abwertenden Darstellungen sein und möglichst keine Klischees bedienen. Sie zielt darauf ab, Ausgrenzung zu verhindern, indem Vielfalt als ganz normaler Teil der Realität abgebildet wird.

Hier einige Ideen für die Umsetzung:

  1. Bieten Sie den Kindern Bilderbücher an, die Menschen mit verschiedenen Hautfarben, Kleidungsstilen und bei verschiedenen Tätigkeiten als Frauen und Männer zeigen und die keine stereotypen oder diskriminierenden Inhalte enthalten.
  2. Überprüfen Sie die Verkleidungsmaterialien der Kinder daraufhin, ob sie vielfältige Möglichkeiten zum Verkleiden anbietet.
  3. Falls Sie Puppen kaufen, achten Sie darauf, dass diese verschiedene Hautfarben, Geschlechter und Nationalitäten abbilden. Es gibt Puppen mit Handicaps (Rollstuhl oder Downsyndrom), dunkler Hautfarbe, asiatische Puppen und vieles mehr.
  4. Bieten Sie den Kindern eine große Palette an hautfarbenen Stiften an, um damit zu normalisieren, dass Menschen sehr unterschiedliche Hautfarben haben.
  5. Spiele für die Kinder sollten immer die Vielfalt von menschlichen Lebenswelten zeigen, also zum Beispiel verschiedene Familienformen, Unterschiede im Bereich Körper und Gesundheit, verschiedene Herkünfte und Hautfarben und Geschlechterrollen zeigen.
  6. Am deutlichsten wird die Vielfalt von Familien-Konstellationen, wenn Sie Fotos der Kinder in Ihrer Kita und deren Familien mitbringen lassen und aufhängen. So finden sich alle Kinder in der Kita wieder und es kann ein guter Gesprächsaufhänger sein.

Übrigens: Auch mit Spielzeug, das Stereotype und Vorurteile bedient, können Erziehende kritisch umgehen: Vielleicht besiegt die Prinzessin im rosa Taftkostüm ja den Drachen und der Astronaut geht in die Küche kochen? … Eine Herausforderung ist es, im gemeinsamen Spiel Stereotype und Ausgrenzung altersgerecht zum Thema zu machen. Hier gilt es, mutig eigene Wege zu finden.

Wir arbeiten derzeit an dem neuen Kurs bei Kita-Campus „Respekt, Toleranz und Vielfalt – Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung in Kita und Tagespflege denken, fühlen und umsetzen!“ – schauen Sie doch immer wieder einmal vorbei, um den neuen Kurs nicht zu verpassen. Ober melden Sie sich zu unserem Newsletter an und verpassen nichts mehr.

 

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